Abgasskandal

Abgasskandal: bei VW und BMW Einzelklage zielführend

Politik und Autohersteller konnten sich beim letzten Dieselgipfel wieder nur auf halbherzige Lösungen einigen. VW und Mercedes machten immerhin Zugeständnisse, sich finanziell an Hardware-Nachrüstungen beteiligen zu wollen, BMW lehnt solche Nachrüstungen weiter ab, und möchte lieber mit Prämien bei einem Neukauf locken.

Unterdessen rücken Fahrverbote näher, wie beispielsweise in Köln, Bonn, Stuttgart, Berlin und Essen.

BGH entscheidet erst 2019 über Klage im Abgasskandal – dies abzuwarten bedeutet für viele Geschädigte die Verjährung ihrer Ansprüche

Eine Klage in Sachen VW-Abgasskandal hat es bis vor den Bundesgerichtshof geschafft. Der BGH verhandelt die Klage unter dem Aktenzeichen VIII ZR 78/18 aber erst am 09.01.2019. „Auf dieses Urteil sollten Verbraucher nicht warten. Aufgrund der Abgasmanipulationen können sie Schadensersatzansprüche gegenüber VW geltend machen. Diese Ansprüche verjähren allerdings Ende 2018. Darum sollten geschädigte Verbraucher jetzt handeln“, sagt Rechtsanwalt Michael Staudenmayer aus Stuttgart.

Dieselgipfel II – Geschädigte Verbraucher müssen handeln

Fahrverbote für Diesel wollte die Bundesregierung unbedingt vermeiden. Doch hinter den beschlossenen Maßnahmen steckt viel heiße Luft. „Umtauschprämien bringen den allermeisten Dieselfahren nichts, die meisten werden darauf vertraut haben, ein langlebiges Fahrzeug erworben zu haben. Fahrverbote für Diesel sind in den bislang bekannten Städten selbst bei neueren Modellen noch nicht vom Tisch, und Berlin überlegt, selbst EURO 6a, 6b und 6c-Diesel nachrüsten zu lassen“, sagt Rechtsanwalt Michael Staudenmayer aus Stuttgart.

Abgasskandal hat Audi fest im Griff – Rückruf für Audi A6 und A7

Der Abgasskandal hat Audi weiter fest im Griff. Dabei geht es längst nicht mehr „nur“ um die Abgasmanipulationen beim Motor EA 189, die vor fast drei Jahren in den USA aufgeflogen waren. Inzwischen geht es auch um die größeren 3-Liter-Dieselmotoren. Erst Anfang Juni ordnete das Kraftfahrt-Bundesamt den amtlichen Rückruf für den Audi A6 und A7 3,0 Liter Diesel mit der Abgasnorm Euro 6 an, weil die Prüfer eine unzulässige Abschalteinrichtung festgestellt hatten. Insgesamt sind rund 60.000 Modelle betroffen, von denen etwa 33.000 Fahrzeuge in Deutschland zugelassen sind.

Abgasskandal: Händler muss nach Entscheidung des OLG Köln VW Eos zurücknehmen und Kaufpreis erstatten

Auf die Entscheidung eines Oberlandesgerichts mussten die Verbraucher im Abgasskandal lange warten. Das OLG Köln hat diese Warten beendet. Mit Beschluss vom 28. Mai 2018 bestätigte das OLG eine Entscheidung des Landgerichts Köln, wonach der Händler einen vom Abgasskandal betroffenen VW Eos 2,0 TDI zurücknehmen und den Kaufpreis erstatten muss (Az.: 27 U 13/17). „Dieser Beschluss des OLG Köln kann durchaus als Durchbruch bei Verbraucherklagen im Abgasskandal gesehen werden.

Mercedes Rückruf – KBA muss Update erst freigeben

Es war ein Paukenschlag als Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Anfang Juni erklärte, dass er den amtlichen Rückruf für knapp 240.000 Mercedes-Fahrzeuge unverzüglich anordnen werde. In den Modellen soll eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut sein. Durch den amtlichen Rückruf hat der Stern nicht nur ein paar Kratzer abbekommen. Vielmehr ist der Abgasskandal endgültig bei Mercedes angekommen.